Trump wird US-Präsident

Donald Trump hat die Wahl zur US-Präsidentschaft gewonnen! (vorbehaltlich amtliches Endergebnis)

Was könnte das nun für Sie als Anleger bedeuten?(1)

  • Kurzfristige Kapitalmarktturbulenzen
  • Gute Fundamentaldaten sollten danach wieder in den Fokus rücken
  • Fundamentaldaten sind längerfristig am Kapitalmarkt wichtiger als politische Machtverhältnisse
  • Trump steht ein politisches Korrektiv (Kongress) gegenüber – viele Ideen dürften verwässert werden
  • Trump mit seinen Forderungen selbst in der eigenen Partei umstritten
  • Auswirkung auf Sektoren unterschiedlich

Zunächst dürfte wieder Unsicherheit an den Kapitalmärkten einkehren. Aktienmärkte dürften weltweit unter Druck geraten, Zinsaufschläge für Anleihen dürften steigen und auch währungsseitig (z.B. Mexikanischer Peso abwertend; EUR und JPY ggü. USD aufwertend) dürften Kursausschläge kommen.(2) Ähnlich wie beim Brexit glauben wir aber nicht, dass dies eine nachhaltige, große und global um sich greifende Korrektur auslösen dürfte.

Politische Machtverhältnisse spielen längerfristig für die Kapitalmärkte ohnehin eine untergeordnete Rolle. Deshalb sollte man sich nach dem Wahlkampf wieder den aktuellen Fundamentaldaten widmen. Diese stellen sich mit einer moderaten Wirtschaftslage, Aussicht auf Trendwende beim Gewinnwachstum, großteils gesunden Unternehmensbilanzen und einem niedrigen Zinsniveau als durchaus solide dar. Wir glauben daher, dass – wie so oft zuvor – die Fundamentaldaten maßgeblich für die mittel- bis längerfristige Entwicklung der Finanzmärkte sein werden.(3) Frei nach dem Motto: Politische Börsen haben kurze Beine. Insofern könnte eine kommende Schwächephase sogar Einstiegsmöglichkeiten bieten.

Zwar dürfte Trump die meisten seinen Vorhaben am Ende nicht 1:1 umsetzen (können), dennoch sollte wohl sein protektionistischer Ansatz (Einschränkung des Handels, Stärkung der Binnenwirtschaft) die stärksten wirtschaftlichen Auswirkungen seines potenziellen Handelns darstellen. Zudem plant er ein Infrastrukturprogramm in Höhe von USD 550 Mrd. (doppelt so hoch wie Clintons Vorhaben), sowie eine Steuerreform, welche die Belastung für Bürger und Unternehmen um jährlich USD 1 Billion reduzieren würde. Diese Entlastung müsste aber quasi gänzlich über neue Staatsschulden finanziert werden.(4)

Trumps Wahl dürfte aber geringere Folgen haben, als aktuell befürchtet wird. Das politische System in den USA (der Kongress als Gegengewicht zum Präsidenten –bestehend aus Senat und Repräsentantenhaus) verhindert, dass ein politisches Oberhaupt seine Ideen uneingeschränkt umsetzen kann. So führte der Kongress häufig einen Ausgleich zwischen den Bestrebungen des Präsidenten und den Anliegen der Wirtschaft herbei. Viele Gesetze zu Steuern, Datenschutz, Außenpolitik, Finanzregulierung, Einwanderung und Gesundheit wurden durch den Kongress verwässert. Mit anderen Worten: Anleger sollten die Marktaussichten nicht auf Grundlage von Versprechen im Wahlkampf beurteilen.(5)

Im Senat (100 Sitze – 2 je Bundesstaat) als auch im Repräsentantenhaus (435 Sitze – Abgeordnete pro Bundesstaat nach Bevölkerungsgröße) dürfte sich die republikanische Mehrheit bestätigt haben.(6) Im Repräsentantenhaus ist mit Paul Ryan ein eher gemäßigter Republikaner der Vorsitzende. Dies stellt ein Korrektiv für Trump dar, zumal er sogar in seiner eigenen Partei umstritten ist.

Einen hitzigen, untergriffigen, und mit fraglichen Behauptungen geführten Wahlkampf zu gewinnen ist eine Sache. Jetzt aber darf sich Trump in den weniger glamourösen Polit-Alltag einarbeiten, sich den täglichen Mühen des Partei- und Politikapparats aussetzen.

Trump fehlt es an einem umfangreichen Netzwerk von Politikexperten in Washington.

Es dürfte daher nicht einfach werden, genügend Mitstreiter für die nun zu besetzenden 3.000 – 4.000 Stellen im politischen Mittelbau zu finden, die Trumps Weltsicht teilen. Er wird vermutlich auf einen Teil des bestehenden Partei-Establishments zurückgreifen müssen. Es dauert, bis die neue Administration richtig walten kann (normalerweise min. 1 Jahr). Die Welt sieht dann schon wieder anders aus, Prioritäten ändern sich und tendenziell müssen alle Versprechen der Realität angepasst werden.(7)

Wenn all der Nebel und das Getöse in kurzer Zeit verflogen sein sollte, könnte aber gerade aus wirtschaftlicher Sicht ein Präsident Trump für deutlich positivere Überraschungen sorgen als wir uns heute denken. Aus dem US-Geschäftsleben scheint er viel mehr Unterstützer zu haben (die sich das aber nicht öffentlich zu sagen trauten) als gedacht.

Zuletzt noch ein passendes Zitat von Noch-Präsident Obama von heute Nacht:
„…Egal was passieren wird, die Sonne wird morgen wieder aufgehen und Amerika wird die größte Nation der Welt bleiben…“

Anbei eine Übersicht, welche Sektoren betroffen sein könnten:(8)

Mögliche Gewinner unter Trump:
  • Energie: Trump will die fossilen Energieträger unterstützen. Er will die Umweltregulierung entschärfen und das Pariser Klimaschutzabkommen nicht anerkennen. Profitieren sollte davon die Öl-Industrie.
  • Industrie und Bau: Durch das Infrastrukturpaket dürften Bauunternehmen und Industrie profitieren.
  • Waffen/Rüstung: Trump gilt als Freund der Waffen- und Rüstungsindustrie.
  • Gesundheitssektor: Trump will die Gesundheitsvorsorge wieder privatisieren und damit die Politik von Barack Obama umkehren. Hiervon sollten Unternehmen wie private Krankenhausbetreiber, Pflegeheimbetreiber und private Krankenversicherer profitieren. Pharmaunternehmen dürften von einem geringeren Preisdruck auf Arzneimittel profitieren.
  • Heimische Produzenten: Trump strebt eine restriktivere Handelspolitik insbesondere gegenüber China und Mexiko mit entsprechenden Schutzzöllen an. Profiteure dieser Politik könnten zum Beispiel heimische Stahl- und Papierhersteller sein.
  • Konsum: Vereinfachte Steuerordnung könnte Konsumausgaben steigern.
  • Finanz: Niedrigere Unternehmenssteuern könnten den Gewinnen einen Schub geben, steigende Staatsschulden die Zinsen nach oben treiben. Regulatorische Entlastung für Klein- und Gemeinschaftsbanken.
  • Gold: Erhöhte globale Risiken und höhere Haushaltsdefizite dürften Gold als sichere Anlage attraktiver machen.
Mögliche Verlierer unter Trump:
  • Transport: Dieser Sektor ist auf einen regen Warenverkehr angewiesen und dürfte daher unter einer restriktiveren Handelspolitik leiden.
  • Handel: Die Wirtschaftspolitik von Trump könnte einen Handelskrieg hervorrufen. Hierdurch würden sich Importe verteuern, was die Marge von Handelsunternehmen unter Druck setzen sollte.
  • Wohnungsbau/Geldtransfer: Die von Trump vorgeschlagene Ausweisung illegaler Einwanderer sollte die Nachfrage nach Wohnimmobilien sowie den Bedarf an Geldtransfers ins Ausland reduzieren.

Maßgeschneiderte Konzepte und Lösungsansätze: Anleger sehen sich aufgrund des aktuellen Nullzinsumfeldes, der zu erwartenden steigenden Inflationsrate in den nächsten Jahren und Schwankungen an den Finanzmärkten mit zunehmend schlechteren Voraussetzungen zur Vermögensanlage konfrontiert.

Es lassen sich aber selbst für konservative Anleger Möglichkeiten erarbeiten, mit denen die Kaufkraft erhalten werden kann.

Auch für Investoren mit höheren Rendite-Anforderungen (und höherer Risikobereitschaft) konzipieren wir sehr gerne attraktive Anlage-Konzepte.

Gerne erhalten Sie bei uns detailliertere Informationen zur aktuellen Marktlage und eine auf Sie abgestimmte Veranlagungsstrategie.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen
Ihr Team von
PRIVATE BANKING ATTERSEE

1) Deutsche Asset Management, JP Morgan Asset Management, RBI/Raiffeisen Research
2) Deutsche Asset Management
3) Deutsche Asset Management, JP Morgan Asset Management
4) JP Morgan Asset Management
5) JP Morgan Asset Management
6) Bloomberg
7) JP Morgan Asset Management
8) Deutsche Asset Management, JP Morgan Asset Management, Raiffeisen Landesbank OÖ, RBI/Raiffeisen Research

Sehenswert & lesenswert

Aktuelles